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Geschichte und Geschichten

Die erste Erwähnung des Feuerlöschwesens in Bornstedt war 1786. Dabei ging es um die Errichtung eines Spritzenhauses: Ein auf dem heutigen Gelände des Bornstedter Friedhofs stehendes Spritzenhaus sollte ab dem Jahre 1855 für Unmut sorgen, als es um die Erweiterung des Friedhofs ging (Theodor Fontane: "wer in Sanssouci stirbt wird auf dem Bornstedter Friedhof begraben"). Es gingen in der Bornstedter Gemeinde die Wogen hoch, weil ein Abriss des Spritzenhauses den Bau eines neuen bedeutet hätte. Anfang der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts verlangte auch die kaiserliche Hoheit, Kronprinzessin Victoria, die Erweiterung des Friedhofs. Letztendlich wurde 1883 trotz des Aufstandes der renitenten Bürger Bornstedts das Spritzenhaus abgerissen.

Bornstedter Wehr im Jahre 1926Die Abbildung zeigt Kameraden der Bornstedter Wehr im Jahre 1926. Im Hintergrund ist eine Handdruckspritze zu sehen. Nach kriminaltechnischer Untersuchungen (durch das LKA Brandeburg) dieses Bildes ist es gelungen, die Initialen "Bornstedt 1909" zu entziffern. Da es uns bis heute nicht gelang, ein formelles Gründungsdatum zu ermitteln, könnte man auf dieser Grundlage das Jahr 1909 als Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Bornstedt zumindest annehmen. 1910 wurde ein Löschverband zwischen den Landgemeinden Bornstedt, Nedlitz sowie dem Gutsbezirk Bornstedt gegründet, dessen Basis ein schon seit 1891 bestehender königlicher Erlass zur Bildung eines Zweckverband bildete. 1925 verfügte die Wehr über 20 Steigerausrüstungen. In jener Zeit war die Bornstedter Feuerwehr im "Brandenburgischen Provinzial-Feuerwehr-Verband"organisiert, der im Jahre 1927 sein 50jähriges bestehen feierte.

TS 4 Triumph von Koebe/Luckenwalde - Baujahr 1928Mitte der zwanziger Jahre konnte sich die Bornstedter Wehr bei zwei großen Bränden bewähren. So brannte in Marquardt auf dem Gehöft des Gemeindevorstehers eine mit Getreide gefüllte Scheune. Das Feuer griff sehr bald auf zwei Stallungen und das Wohnhaus über. Gemeinsam mit der Potsdamer Berufsfeuerwehr und Wehren aus Bornim, Fahrland und umliegender Gutswehren konnte eine angrenzende Gastwirtschaft geschützt und das Feuer gelöscht werden. Ein großes Schadenfeuer wütete wenig später in der Nähe der früheren Gardeschießstände im Militärrestaurant "Katharinenhof" (Amundsenstrasse/Katharinenholz Strasse) in Bornim (heute Bornstedt) bei Potsdam. Dort brach auf dem Boden des Restaurants ein Feuer aus, das den ganzen Dachstuhl und zwei Wohnungen einäscherte. Potsdamer, Bornstedter und Bornimer Wehren waren zur Hilfe geeilt. Nach 2 Stunden gelang es das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.

Am 15. Februar 1927 fand eine Generalversammlung der Bornstedter Wehr im Lokal "Kronprinzengarten" (heute Schülertreff Potsdamer/Ribbeckstrasse) statt. Zitat aus dieser Versammlung: "Es bricht sich immer mehr die Erkenntnis Bahn, dass Feuerwehren und besonders freiwillige Feuerwehren in unserer Zeit mehr denn je nötig sind. Der Feuerwehrmann ist ein freier Mann, wie jeder andere Staatsbürger, der aber durch seinen Eintritt in die Wehr bekundet, dass seine Arbeit ohne geordnetes diszipliniertes Handeln keinen oder nur einen geringen Erfolg hätte. Deshalb unterstellt er sich gern und willig den selbst gewählten Führern. Treue um Treue und gegenseitiges Verstehen ist die Losung."

(Quelle: Ausgaben der Preussischen Feuerwehrzeitung aus den Jahren 1926, 1927, 1928.)

 

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